Generationenhaus- Langnau
Sie sind hier: Startseite » Genossenschaft » Geschichte

Geschichte

Wie Alles anfing

Elsi Reimann, Initiantin der Idee, Genossenschafterin der ersten Stunde und erste Präsidentin, hat den folgenden Text über die Anfangszeit verfasst:

"Im Herbst 2009 sassen Thomas Kaufmann und ich in der Kostbar, einem kleinen Restaurant, welches von Eltern der Rudolph Steiner-Schule eine zeitlang geführt wurde. Wir kamen miteinander ins Gespräch. Damals besuchte ich ab und zu meine Lehrerin und Freundin Heidi Frei, in Winterthur. Sie lebte in einer Genossenschaft und sie erzählte mir begeistert von ihren schönen Begegnungen und auch von ihren Schwierigkeiten mit ihren Wohngenossen und Genossinnen. Sie lebte mit ihren bald neunzig Jahren in einer der vielen Wohngenossenschaften in Winterthur und Umgebung.

Bereits seit den siebziger Jahren war mit klar, dass ich im Alter nicht alleine leben wollte. Denn für mich war meine Grossmutter in meiner Kindheit die wichtigste Bezugsperson und ich wusste immer, dass ich im Alter auch mit Kindern leben möchte. Noch immer höre ich an kalten Winterabenden, ihre Geschichten in meinen Ohren. Aber wie sollte ich das im Emmental umsetzen?

Thomas Kaufmann liess sich von meiner Idee inspirieren und er unterstützte sie, indem er mir erklärte, dass er mit Freude ein solches Projekt architektonisch umsetzen würde.

Paul Christ, Monika Steck, Benne Luginbühl, Mariann Burkhard, Christoph Gilgen, Franziska und Andreas Helbling, Franz Kloter, Regula Pfenninger und Barbara Friedli liessen sich schon bald von meiner Idee anstecken.

So trafen wir uns zu einer ersten Besprechung am 2. Februar 2010 im Büro von Thomas Kaufmann.

Zunächst ging es darum, ob es bereits Genossenschaften mit ähnlichen Zielsetzungen in der Nähe gibt, wie ihre Leitbilder und Statuten aussehen und ob wir diese Genossenschaften besichtigen könnten. Wir wollten eine Ahnung bekommen, wie andere Gruppen ihre Genossenschaft aufgebaut und weiter entwickelt hatten.

Wir führten uns verschiedene Leitbilder und Statuten zu Gemüte und in verschiedenen Sitzungen formulierten wir Schritt für Schritt, wie unsere Genossenschaft gestaltet werden sollte.

Am 5. Mai 2010 besuchten wir den Untergrundhof in Emmen. Es war ein wunderschöner Frühlingstag und es war einfach schön zu sehen, wie lebendig sich diese Siedlung anfühlte! Es wurde Boccia gespielt, und die Kinder drehten ihre Runden mit dem Velo. An den Häusern rankten verschiedene Obstbäume und Trauben empor. In einem grossen Biogarten begannen sich die ersten Salate und Kohlrabi dem Himmel entgegen zu strecken! Eine lebendige Siedlung, wo man sich kennt und begegnet, wie ich sie mir seit Jahren vorstelle! (www.untergrundhof.ch).

 

                                                                                 © Untergrundhof

 

 

Am gleichen Tag besuchten wir eine weitere Siedlung, die bei uns aber weniger gut in Erinnerung geblieben ist.

Zwischen Mai und September arbeiteten wir an unserem Leitbild.

Die zweite Besichtigung führte uns nach Bern in's Haus Sein. Dort begeisterte uns vor allem das Treppenhaus! Es ist Licht-durchflutet und ein Begegnungsort! Sitzgelegenheiten laden zum plaudern mit den Nachbarn ein. (www.haus-sein.ch)

 

                                                                                                                   © Haus Sein 

Nachdem das Leitbild und die Statuten zu unserer Zufriedenheit fertig gestellt waren, erfolgte am 14.11.2011 der Handelsregister-Eintrag. Dann machten wir uns auf die Suche nach Land, in Langnau, wo man bauen könnte. Diese Aufgabe war jedoch für uns nicht lösbar. Vier Mal haben wir versucht, Bauland zu ergattern. Die Preise wurden aber von gutbetuchten Immobilienmaklern jeweils so nach oben getrieben, dass wir einfach nicht mithalten wollten oder konnten. So beschlossen wir, das Projekt am 28. Oktober 2014 auf's Eis zu legen.

Da eine Auflösung der Genossenschaft mit grossen Kosten verbunden gewesen wäre und sich über Jahre hinziehen würde, trat ich als Präsidentin zurück und Paul Christ übernahm das Amt.

In dieser Zeit wollte der Gemeinderat das Land mit dem Spielplatz und dem Kindergarten an der Mooseggstrasse an den Meistbietenden verkaufen. Der Unterdorfleist war damit nicht einverstanden. Es wurden Unterschriften gesammelt für eine Initiative, die verhindern sollte, dass der Spielplatz verkauft wird. 700 Unterschriften wurden gesammelt!

Im Mai 2015 wurde die Wohngenossenschaft wieder aktiviert. Es wurde mit dem Unterdorfleist Kontakt aufgenommen und nachgefragt, ob sie sich mit einem Projekt, wie wir es auf die Beine stellen möchten, abfinden könnten. Unsere Idee wurde mit Wohlwollen aufgenommen.

Ich bin 2014 als Grüne in den Grossen Gemeinderat nachgerutscht. Zusammen mit Beat Gerber (SVP) wurde eine Motion im Grossen Gemeinderat gestartet, mit dem Ziel, dass das Kindergartenareal im Baurecht abgegeben werden sollte. Diese wurde leider mit einer grossen Mehrheit abgelehnt. Ein weiterer Rückschlag für uns.

Am 21. März 2016 wurde im Grossen Gemeinderat die Initiative zur Erhaltung des Spiel- und Sportplatzes besprochen. An dieser Sitzung stellte Beat Gerber noch einmal den Antrag, dass dieser Platz an eine Gemeinnützige Organisation abgegeben werden sollte, mit der Auflage, dass der Spielplatz erhalten bleibt. Dieser Antrag wurde mit einer grossen Mehrheit angenommen!

Der Unterdorfleist war glücklich über die gute Lösung, und zog die Initiative zurück und wir begannen mit der Planung unseres Projekts!"

Am 25. Januar 2017 führten wir einen öffentlichen Informationsabend im Kellertheater Langnau durch, mit dem Ziel, für unsere Genossenschaft neue Mitglieder zu werben. Die Aktion war ein grosser Erfolg. Wir konnten den Vorstand neu bestellen und mehrere Mitglieder gewinnen. Seither ist die Gruppe stetig gewachsen und umfasst zum aktuellen Zeitpunkt knapp 20 Mitglieder. Etwa ein Drittel davon möchte dereinst im Generationenhaus an der Mooseggstrasse wohnen.

Seit 2017 sind wir vom Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) als gemeinnützige Genossenschaft anerkannt.

Anfangs Februar 2017 hat die Gemeinde Langnau das Grundstück an der Mooseggstrasse im Baurecht ausgeschrieben (download des Inserates [61 KB] , download der Dokumentation der Gemeinde Langnau [1'137 KB] ).

Am 27. März 2017 hat unsere Genossenschaft ein Angebot auf der Gemeinde abgegeben (download des Angebotes [2'156 KB] ).

Am 28. Juni stellten wir unser Projekt der Gemeinde vor. Wir hatten 3 Mitbewerber.

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 24. Juli beschlossen, unserer Genossenschaft die beiden Parzellen an der Mooseggstrasse im Baurecht zu überlassen.
Wir freuten uns sehr - ein über 8jähriger Traum ging in die nächste Runde.
Vor uns liegt eine intensive Planungsphase.
Wer sich in der Détailplanung einbringen will, ist als Genossenschafterin oder Genossenschafter herzlich willkommen.

Wir haben über unser Projekt immer wieder öffentliche Informationsabende durchgeführt. Diese waren gut besucht: Mittwoch, 25. Januar 2017 im Kellertheater Langnau, Donnerstag 23. Februar 2017 im Gasthof Bären, Donnerstag, 21. September 2017 im Gasthof Bären.

Wir haben unser Baugelände baubiologisch vermessen lassen.
Unser "Messer", Tino Gomolka aus Belp, hielt am 20. Oktober um 20 Uhr im Bären, Langnau einen Vortrag zum Thema "Baubiologie". Der Anlass war gratis und öffentlich. Was immer Du wissen wolltest zum Thema Handystrahlung, Wasserader, Kosmische Strahlung, etc., Tino wartete darauf, von Deinen Fragen gelöchert zu werden.
Jedermann war herzlich eingeladen!

Die Wohngenossenschaft Langnau i.E. ist Mitglied bei folgenden Vereinen und Verbänden:
Wohnbaugenossenschaften Schweiz, Verband der gemeinnützigen Wohnbauträger (Regionalverband Bern-Solothurn)
Förderverein Generationenwohnen Bern-Solothurn

Der Vorstand der Genossenschaft setzt sich zusammen aus:
Präsident: Paul Christ, Bärau
Vizepräsident: Anton Küchler, Trub
Aktuarin: Heike Ulrich, Langnau
Kassier: Robert Mosimann, Oberfrittenbach

Wir sind ist im Handelsregister eingetragen mit der UID-Nr. CHE-261.268.024.

Am 11. August 2018 waren wir mit einem Stand und Plänen am Fest des Unterdorfleistes präsent und führten ein paar fruchtbringende Gespräche.